Ronald Harmstein goes punk again

Ronald Harmstein hat den Corona-Lockdown genutzt und zwei Stücke neu aufgenommen, die schon vor 30 Jahren im Kern des Sets seiner ehemaligen Band Schmabreux fest verankert waren.

Nach einem dauerhaften Ausflug in die Gefilde des Gitarren-Swings folgt nun ein Rückblick nicht nur auf alte Zeiten, sondern auch einen guten Teil seiner musikalischen Wurzeln.

Knarzig, knackig, punkig, die beiden Stücke beschreiben in deutscher Sprache ein Lebensgefühl, das besondere Erlebnis, bei der Bank keinen Kredit für eine Fender Stratocaster zu bekommen und darüber ein Lied zu schreiben meinen zu müssen.

Wahnwestenzeit

Immer wieder passiert es, wie ein Wunder jedes Jahr neu: Der Herbst kommt, und mit ihm die Zeit des trüben Lichts und der Blätterhaufen auf dem Bürgersteig.

Für uns Deutsche heißt das: Wahnwesten tragen!

Für eine allgemeine Wahnwestenpflicht wirbt ein Video von Iggy Metall: Wahnwesten. Wir wollen doch Demokraten bleiben.

Unterschreibt alle die Petition!

Bittersüsser Nachtschatten

Während der Aufnahmen für sein Album „Westlich von Eden“ hat Ronald Harmstein ein Video von einem seiner Stücke gemacht.

„Bittersüßer Nachtschatten“ erzählt von Ronald Harmsteins erster großer Liebe, melancholisch, empathisch, mit viel bitterer Süße gesungen.

Ronald Harmstein – Bittersüßer Nachtschatten

Bittersüßer Honig \Tau, der nächtens tropft \Behutsamkeit, der erste Kuss \Musik, die ewig bleibt

Ich streichle deine Haare \Und du liegst neben mir \Viele Monde sind gegangen \Gegangen wie auch du

Solanum dulcimara \Wächst am Wegesrand \Mit jedem Schritt streift ihn mein Fuß \Auf dem Weg nach Anderland

Solanum dulcimara \Bittersüß genannt \Ich hüte mich, dich auch zu pflücken \Dein Gift hat mich verbrannt

Solanum dulcimara \Wächst am Wegesrand \Solanum dulcimara \Dein Gift hat mich verbrannt

Bittersüß ist dein Geschmack \Deine Sterne leuchten milde \Doch damals schienst du heller \Als die Sonne je vermag

Bittersüße Erinnerung \Wie ein Komet zogst du vorbei \Dachtest du, doch schlugst du ein \Und brachst meine Welt entzwei

Solanum dulcimara \Wächst am Wegesrand \Mit jedem Schritt streift ihn mein Fuß \Auf dem Weg nach Anderland

Solanum dulcimara \Bittersüß genannt \Ich hüte mich, dich auch zu pflücken \Dein Gift hat mich verbrannt

Solanum dulcimara \Wächst am Wegesrand \Solanum dulcimara \Dein Gift hat mich verbrannt

Konsum

Aus ihrer EP „Krisis“ stammt dieses Stück von Iggy Metall, das auch Eingang in einen offiziellen Sampler eines anderen Labels mit Metal- und Industrial-Bands aus der Region gefunden hat, dessen Namen ich leider vergessen habe.

Hier das offizielle Video von und mit Carlos Bitterfeld und Ronald Harmstein.

Iggy Metall – Konsum

Konsum ist der Götze, der alles regiert \Konsum heißt die Fratze, die alles negiert \Das Schöne und das Gute \Das Heiße und das Fette \Das Liebe und das Werte \Den Geist und auch den Sinn

Massenpsychose \Massenpsychose \Massenpsychose \Massenpsychose

Das Geld stinkt aus dem Fenster \Krisis regiert die Welt \Das Geld stinkt aus dem Fenster \Krisis regiert die Welt

Konsum ist der Schrecken \Der die Welt ausbrennt \Am Konsum wirst du verrecken \Du hast längst verpennt \Das Schöne und das Gute \Das Heiße und das Fette \Das Liebe und das Werte \Den Geist und auch den Sinn

Massenpsychose \Massenpsychose \Massenpsychose \Massenpsychose

Das Geld stinkt aus dem Fenster \Krisis regiert die Welt \Das Geld stinkt aus dem Fenster \Krisis regiert die Welt

Göttin der Dunkelheit

Auf seinem Album „Westlich von Eden“ sowie als Single erschien Ronald Harmsteins düsteres Stück über die „Göttin der Dunkelheit“, die Mohnpflanze, die Menschen heilen und von Schmerz befreien, genauso aber versklaven und willenlos machen kann.

Das zugehörige Video, von Carlos Bitterfeld produziert, ist inspiriert einerseits von Nick Caves Video zu „The Mercy Seat“, andererseits von der auf den Text anspielenden lautmalerischen und symbolischen Verbindung der Begriffe „Mond“ und „Mohn“.

„Milk-blood to keep from running out“, singt Neil Young in „The Needle and The Damage Done“, „Finsternis scheint mir dein Licht“, Ronald Harmstein in „Göttin der Dunkelheit“. Es ist das Blut der Pflanze, das wir konsumieren, und Blut ist der Preis, den sie dafür verlangt.

Die Macht der Mohnpflanze sollte niemand unterschätzen.